#1 Auf einen Gipfel mit: Andreas Straßner

Vor etwa 12 Monaten zog der erfolgreiche Langstreckenläufer Andreas Straßner mit seiner Lebensgefährtin Julia Galuschka nach Oberstdorf im Allgäu, genießt seither die umliegende Berglandschaft und liefert uns mit Partnerin Julia einen Besuch beim MOUNTAINMAN in Nesselwang 2021 ab. Beide waren dort sehr erfolgreich unterwegs. Da haben wir uns die Chance nicht entgehen lassen und uns mit „Straßi“ über das Laufen und die Berge unterhalten.

Andreas Straßner, Spitzname “Straßi” ist ein deutscher Langstrecken-Profi-Athlet. Zu seinen größten Erfolgen zählen die Wings for Life Siege in Deutschland (2018, weltweit 2. Platz) und Brasilien (2019), mehrmalige Siege beim München Marathon, 3. Platz Deutsche Marathon-Meisterschaften in Frankfurt (2015) sowie Silber mit dem deutschen Nationalteam bei den Weltmeisterschaften über 50km (2019).

Im Oktober 2021 startete Straßi beim MOUNTAINMAN Nesselwang über die Marathondistanz und wurde mit einer Zeit von 4 Stunden und 32 Minuten Zweiter.

Andreas Straßner beim MOUNTAINMAN in Nesselwang

MOUNTAINMAN:

Hi Andreas, wer den Namen Andreas Straßner hört, denkt zuallererst an herausragende Höchstleistungen, wie Marathonzeiten unter 2h 20min, Bronze bei den Deutschen Marathonmeisterschaften in Frankfurt 2015, Siege beim München-Marathon und natürlich an die überragenden Erfolge beim Wings for Life Worldrun in München und Rio. Jetzt stehst du plötzlich bei einem Trailmarathon an der Startlinie. Wie kam es dazu? Spontane Lust oder der bewusste Schritt zum Trailrunning?

Andreas Straßner:

Mich hat das Trailrunning schon immer gereizt. Die ersten Erfahrungen habe ich in der Fränkischen Schweiz gemacht, als ich noch in Weißenburg gelebt habe. Allerdings habe ich, bis ich vor kurzem nach Oberstdorf gezogen bin, mich mehr auf Straßenläufe konzentriert, denn ohne die richtigen Trainingsbedingungen ist es schwierig mit den Cracks mitzuhalten, die täglich in den Bergen trainieren können. Jetzt in Oberstdorf habe ich bessere Bedingungen dafür und bin deutlich mehr auf Trails unterwegs. Der MOUNTAINMAN in Nesselwang war mein erster ernsthaft (ambitioniert) geplanter Trailrun. Vorher war ich aber schon bei Läufen wie dem ZUT (Zugspitz Ultra Trail), allerdings da eher entspannter und im Breitenfeld.

MOUNTAINMAN:

Wie bist du denn auf MOUNTAINMAN gekommen? 

Andreas Straßner:

Ich habe durch verschiede Quellen von MOUNTAINMAN gehört. Euer Ruf eilt euch voraus. Zum Beispiel durch Florian Neuschwander, der schon am Start war. Da bekommt man in der Szene schon einiges mit.

MOUNTAINMAN:

Deine Zielzeit beim MOUNTAINMAN in Nesselwang ist mit 04h 32min beinahe doppelt so lange, wie deine persönliche Bestzeit auf der Länge von 42,195km. Der große Unterschied: Der Marathon im Allgäu ist kein flaches Straßenrennen, sondern ein Trailrennen mit 2500 zu bewältigenden Höhenmetern. Wie hast du den Unterschied wahrgenommen? Hast du neue Erfahrungen gemacht?

Andreas Straßner:

Das Trailrunning ist definitiv anders als ein reiner Straßenlauf. Schon das Gelände fordert mehr Technik und Konzentration. Vor allem das Laufen bergab war für mich anfangs echt fordernd. Auch die Verpflegungspunkte sind anders getaktet. Bei einem „normalen“ Marathon hat man alle 5km eine Verpflegungsstation, das ist bei einem Trailrun anders. Da kann es bin zur nächsten Station auch mal eine Stunde sein, da macht es auch einen Unterscheid, ob es hoch oder runter geht. Man muss seine Verpflegung also ganz anders vorbereiten. Aber mittlerweile habe ich durch den Austausch mit anderen Läufern einen guten Ansatz gefunden. So trinke ich beispielsweise alle 20 min etwas, egal wo ich bin und wie es gerade ist. Außerdem bin ich ohne Stöcke gestartet, was sich als echter Nachteil erwiesen hat. Das nächste Mal werde ich auf jeden Fall welche mitnehmen. Von der Straße bin ich es gewohnt immer zulaufen. Auf den Trails ist es aber wichtig, dass man auch mal „fast hiking“ macht. Unterm Strich ist das dann effizienter. Ich habe schon einiges dazugelernt.

MOUNTAINMAN:

Hinter Trail-Ass Florian Felch wurdest du souverän Zweiter in einem starken Teilnehmerfeld. Bist du zufrieden und wie hast du dich auf den Trailrun vorbereitet?

Andreas Straßner:

Mit der Platzierung bin ich sehr zufrieden. Hinter jemanden wie Florian 2ter zu werden auf so einer anspruchsvollen Strecke ist schon eine gute Leistung.

MOUNTAINMAN:

Hast du für unsere „Helden der Berge“ ein paar Tipps?

Andreas Straßner:

Stöcke sind kein Ballast, sondern ein wichtiges Hilfsmittel. Auf jeden Fall Stöcke mitnehmen. Das erleichtert so manchen Streckenabschnitt.

Andreas Straßner auf dem Trail zum Gipfel der Reuter Wanne

MOUNTAINMAN:

Was war dein persönliches „MOUNTAINMAN-Highlight“?

Andreas Straßner:

Besonders gut gefallen hat mir der Downhill über die Wurzelwege nach dem Gipfel der Reuterwanne. Hier konnte man es richtig laufen lassen.

MOUNTAINMAN:

Neues Jahr – neue Ziele: Was sind deine Ziele in 2022 und sehen wir dich künftig nun verstärkt bei Trailveranstaltungen?

Andreas Straßner:

Durch Corona ist die Planung schwierig. Ich werde sicher auf der ein oder anderen Veranstaltung sein. Hoffen wir mal, dass die kommenden Läufe, wie auch der MOUNTAINMAN Nesselwang stattfinden können, dann werde ich hier den Start wieder fest einplanen

MOUNTAINMAN:

Vielen Dank für das Gespräch und deine Zeit :). Wir freuen uns schon, dich und Julia mal wieder bei einem MOUNTAINMAN am Start zu sehen. Wir sind schon gespannt welcher Platz auf dem Treppchen es beim nächsten Mal wird.

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